Er war schon im Schulorchester begeistert bei der Sache und spielte in jungen Jahren auch mit Stefan Raab zusammen: Till Brönner ist heute einer der populärsten Jazz-Trompeter in Deutschland und auch international bekannt.

Er wuchs in Viersen auf, zum Musikstudium zog es ihn nach Berlin und später zur RIAS Big Band nach Berlin. Drei Jahre nach dem Abitur erschien 1993 bereits sein erstes Album. Auf seinen Platten spielten bislang auch immer Jazzlegenden mit, aus Deutschland zum Beispiel Klaus Doldinger. Aber auch Tony Benett, Dave Brubeck oder Ray Brown waren mit Brönner im Studio.

Trompeter Brönner geht in seiner Musik verschiedene Wege und will sich nicht festlegen. 2006 produzierter er für die No Angels ein Album, kurze Zeit später arbeitete er mit Thomas Quasthoff zusammen, einem deutschen Bariton, der eher aus der klassischen Musik kommt. Für Brönner gilt eher „erlaubt ist, was gefällt“ und solange es gut ist. In einer Talkshow in Bonn kamen internationale Gäste zu ihm, um über Jazz zu plaudern. Er war auch einer der Gastmusiker auf dem legendären Album Touch von Yellow.

Wie gut er als Musiker auch die Kunst vermitteln kann, beweist Brönner als Professor an der Hochschule für Musik Car Maria von Weber in Dresden. Dort lehrt er zusammen mit seinem Mentor Malte Burba in den Fächern Jazz, Rock und Pop. Brönner war auch der einzige deutsche Jazzkünstler, der bei einem Jazzfest im Weißen Haus vor US-Präsident Barack Obama spielen durfte. Mit dabei waren unter anderem Al Jarreau, Aretha Franklin und Sting.

Till Brönner hat immer den Spagat zwischen Jazz als Kunstform und als Unterhaltungsmusik geschafft. Wie Doldinger wird er von beiden Lagern ernst genommen und gilt als Autorität.

Seine künstlerische Ader kommt neuerdings auch in der Fotografie zur Geltung: Brönner hat bereits einen Portrait-Bildband veröffentlicht.

Brönner hat dreimal den Echo verliehen bekommen und wohnt heute in Berlin und Los Angeles.